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Veränderungen im Pfarramt

Pastorin Gades geht in den Ruhestand

„Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt mir Hilfe.“
Psalm 62, 2


Liebe Leserinnen und Leser!

Von einer Freundin bekam ich diesen Vers auf einem Kalenderblatt zugeschickt. Mit guten Wünschen für den bald bevorstehenden Ruhestand. Wie passend, dachte ich. Besonders berührt hat mich, dass ich selber ihr diesen Spruch vor vielen Jahren auf eben diesem von mir selbstgestalteten Jahresbegleiter geschenkt habe. Zu einer Zeit, als das Ende meines beruflichen Weges noch in weiter Ferne lag.
In allen Lebensphasen ist wichtig und wahr, was dieses Gebet kündet. So habe ich es ganz besonders in den über 40 Jahren meines Dienstes erfahren. „Bei Gott allein“ – ja, das stimmt! Der Urlaub, die freien Zeiten, die Stunden der Muße, sie allein reichen nicht, um das zu finden, wonach sich die Seele sehnt. Diese Sehnsucht, die Dietrich Bonhoeffer in dem wunderbaren Liedvers zum Klingen bringt: „Ach, Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen, / das Heil, für das du uns bereitet hast.“ EG 65, 2
Ich bin dankbar für meinen Beruf, vor allem dafür, dass ich ihn bis zuletzt gerne ausgeübt habe. Ich bin dankbar für die vielen, vielen Gottesdienste, die ich halten durfte: An den Sonn- und Festtagen des Kirchenjahres, zu Taufen, Trauungen, Konfirmationen, Jubiläen, und bei Beerdigungen. Seit 1975 als Vikarin, dann in meinen Kirchengemeinden, und schließlich die letzten 4 Jahre in Wahrenholz. Dazwischen 10 Jahre in den „Hausgemeinden“ von Einrichtungen bei der Diakonie Wolfsburg. 10 Jahre lang habe ich dort Senioren (und Mitarbeitende) seelsorgerlich begleitet. Für diese Einblicke und Erfahrungen bin ich sehr dankbar. Wie unterschiedlich durchleben Menschen diese oft schwerste Wegstrecke ihres Lebens!
Ebenso wenig möchte ich die 10 Jahre als Klinikseelsorgerin in Gifhorn missen. Diese Aufgabe habe ich auch in meiner Zeit in Wahrenholz beibehalten. Leid und Grenzerfahrungen lassen sich nur mittragen und aushalten, wenn die eigene Seele bei Gott zur Ruhe kommt. Dazu gehört die Gewissheit, dass von Gott Hilfe kommt. Nicht immer so, wie wir es wünschen. Gottes Hilfe hat für uns in Ewigkeit einen Namen, ein Gesicht und ein warm schlagendes Herz in Jesus Christus. ER ist die Hilfe Gottes in Person. ER ist Zuflucht und Ruhepol, Hoffnung und Heil in jeder Lebenslage. Ich bin dankbar für die letzten Jahre in Wahrenholz. Ein schönes, erfülltes, beglückendes berufliches Finale. Ich danke allen, die mir die Türen ihrer Häuser und Herzen geöffnet haben. Ich danke für alles Vertrauen, das Menschen mir schenkten, für alle Lebensgeschichten, an denen ich teilhaben durfte. Das ist ein unermesslicher Schatz. Es ist wie bei dem Kalenderblatt mit dem Bibelvers:
Ich habe viel zurückbekommen!
Ruhestand wird für mich keine Zeit der Untätigkeit. Ich bleibe auch im Ruhestand Pastorin. D. h., ich behalte „die Rechte des geistlichen Standes“, habe die Möglichkeit, all das zu tun, was ich auch im „beruflichen Dienst“ getan habe. Pastorin i. R., so hat jemand scherzhaft gesagt, kann auch bedeuten „in Reichweite“. Ich bleibe in Reichweite!
Ab November wird mein Kollege, Pastor Kremer, wieder die ganze Stelle übernehmen. Buß- und Bettag, Ewigkeitssonntag, am 1. Advent und am Altjahresabend halte ich meine letzten Gottesdienste „im Amt“. Ich möchte keine „offizielle“ Verabschiedung, freue mich aber sehr, wenn Menschen, die „Auf Wiedersehen“ sagen wollen, die Gelegenheit dazu bei einem Gottesdienstbesuch wahrnehmen.
Herr Kremer ist einverstanden, dass ich den Bibelkreis und den Frauenkreis weiterführe. Auch dafür bin ich dankbar. Mit dem Ruhestand beginnt für mich die „Kür“, d. h., ich habe die Möglichkeit, Dinge zu tun und zu lassen. „Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt mir Hilfe.“ Psalm 62, 2
Ein schönes Wort auch für den Ruhestand.
Ein gutes, tröstliches Wort für Sie und euch alle!

Mit herzlichen Grüßen
und Segenswünschen

Ihre / eure Christel Gades




© 2017 Ev.-luth. St. Nicolai- und Catharinen-Gemeinde, Wahrenholz
Zuletzt geändert am 22.01.2017
Karl Meyer