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Auf ein Wort

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ez. 36,26

Oft spüren wir uns im Wiederholungszwang: Das alte Laster, das alte Leiden, die alten Sätze im Kopf. Rückfälle in alte Unarten. Immer wieder sehen wir uns zurückgeworfen. Neues Herz und neuer Geist – das aber sieht anders aus. Und wir haben sogar schon Erfahrung damit: Sich vor dem Fernseher herzlich lachen sehen. Beim Autofahren entspannt die anderen passieren lassen. Den längst fälligen Anruf gemacht. „Na endlich“ mich selber von mir sagen hören. Im Urlaub sich in eine Kirche verlaufen. Neues Herz und neuer Geist im Kleinen. Aber wie sonst soll es denn anfangen? Alles muss klein beginnen.
Im Kleinen begonnen hat auch das, was wir 2017 in unserer Kirche groß feiern. 500 Jahre Reformation. Glaube und Kirche kennen auch den Wiederholungszwang: Das alte Laster, das alte Leiden, die alten Sätze im Kopf. Der kleine Mönch Martin Luther nahm sich ein Herz und formulierte den Glauben neu. Mit frischem Geist gab er der Kirche ein neues Gewand. Martin Luther selbst hat den Glauben und die Kirche immer als Geschenk angesehen. Ein Geschenk, das Gott uns macht. Genauso sind „neues Herz und neuer Geist“: Gottesgeschenk.
Das Denken dieses Neuen aber ist unsere Sache: Du kannst dich unterbrechen, dir selbst Einhalt gebieten. Nichts zwingt dich, immer weiterzumachen. Du kannst brüllen gegen die Wogen und spüren deine Kraft. Kannst anders glauben als eben noch. Anders über die Kirche denken als eben noch. Das alles sind kleine reformatorische Gedanken. Aber wie sonst soll es denn anfangen mit dem neuen Herz und dem neuen Geist? Und mit wem sonst als mit dir? Alles muss klein beginnen. Und Großes kann daraus werden.

Landessuperintendent Dieter Rathing
zur Jahreslosung 2017


© 2017 Ev.-luth. St. Nicolai- und Catharinen-Gemeinde, Wahrenholz
Zuletzt geändert am 29.01.2017
Karl Meyer