Predigt für Sonntag, den 29.03.2020

Die Predigt für den heutigen Sonntag steht Ihnen hier sowohl als Text als auch als Audiodatei zur Verfügung. Am Ende der Seite finden Sie die Predigt auch als pdf zum Ausdrucken, bereits Ausgedruckte Exemplare liegen ab morgen bei Bäcker Meyer, im Schreibwarenladen A&O und im Eingangsbereich des Küsterhauses aus.

Gospelchor „Herr, ich steh vor dir“

Predigt für den 29.03.2020 Sonntag Judika

Liebe Leute,
oder auch: Liebe Frau, lieber Mann, lieber Mensch – wo auch immer du bist und dies hier hörst
oder liest. Wie geht es dir gerade? Und was machst du gerade? Hast du dich mit der Situation
abgefunden? Kannst du das Beste daraus machen? Oder fällt dir langsam die Decke auf den
Kopf?
Viele Möglichkeiten haben wir ja nicht unbedingt. Am besten zuhause bleiben, nur die nötigen
Gänge oder Fahrten machen, mit nicht mehr als einem weiteren Menschen zusammenkommen. Und keiner weiß so genau, wie lange das noch geht. Und ob nicht staatlicherseits doch noch einer draufgesetzt wird und wir eine komplette Ausgangssperre kriegen.
Umso wichtiger ist es, dass wir miteinander im Gespräch bleiben. Welche Möglichkeiten nutzt
du gerade? WhatsApp oder Skype? Andere soziale Netzwerke? Oder läuft gerade das gute alte Telefon heiß? Und wie hältst du dich in Bewegung? Kommst du raus? Je länger dieser Ausnahmezustand andauert, desto wichtiger ist es, dass wir aktiv bleiben. Äußerlich, aber auch innerlich.
Letzte Woche habe ich von Trost gesprochen, den wir brauchen und den wir uns schenken lassen dürfen. Heute geht es eher darum, was wir tun können. Keine Angst, du wirst jetzt hier von mir keine allgemeinen Verhaltensregeln und keine guten Ratschläge hören. Die kommen zur Genüge von anderen Stellen. Ich will lieber einen Blick darauf werfen, was jetzt für uns als Christen wichtig ist, was uns helfen kann, uns gegenseitig nicht aus dem Blick zu verlieren.
Der Bibelvers für den heutigen Sonntag lautet: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ Was heißt das? Und was soll das? Mit Menschensohn ist Jesus Christus gemeint. Und es geht um seine Stellung. Das Oben und Unten war damals noch viel klarer als heute: Die Götter ganz oben, dann die Mächtigen unter den Menschen und so weiter. Unter der Annahme, dass Jesus Gottes Sohn ist, war dieser Satz echt provokativ. Gottes Sohn stellt sich nach ganz unten.
Jesus ist für die Menschen da, er gibt sich ganz hin. Schließlich am Kreuz, aber auch schon vorher in seinem Leben. Soll heißen, dass bei Jesus und somit auch bei den Christen oben und unten nicht gilt. Das Motto: Sein Leben für die anderen hingeben.
In die gleiche Richtung geht der Bibelabschnitt, der für die Predigt heute vorgeschlagen ist. Er stammt aus dem Brief an die Hebräer. Als er geschrieben wurde, gehörten staatlich angeordnete Verfolgungen schon zum Alltag der Christen dazu. Das erklärt den Tonfall. Hören wir einmal rein:
„Jesus ist außerhalb der Stadt gestorben, um durch sein Blut das Volk von aller Schuld zu reinigen. Also lasst uns zu ihm vor das Lager hinausgehen und die Schande mit ihm teilen. Denn auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird.“
Diese Sätze stehen im letzten Kapitel des Briefs. Dort hat der Verfasser gute Ratschläge an die Adressaten zusammengetragen. Tut dies, tut jenes nicht, denkt an Folgendes. Das war damals üblich. Im größeren Abschnitt, in dem unsere Sätze stehen, werden die Gläubigen ermahnt, nicht weiter dem alten Kult und den alten Traditionen zu folgen. Damit waren die jüdischen Traditionen gemeint. Durch Jesus Christus ist alles neu geworden, das ist die zentrale Aussage des Hebräerbriefs. Und das betrifft dann eben auch unser Verhalten. Ich will einmal genauer hinschauen. Zunächst: „Jesus ist außerhalb der Stadt gestorben, um durch sein Blut das Volk von aller Schuld zu reinigen.“ Natürlich geht es hier um den Kreuzestod und seine Bedeutung. Kurz gesagt: Jesus hat das für uns alle getan. Aber die Betonung liegt auf dem „außerhalb der Stadt“. Draußen! Außerhalb der klaren Begrenzungen, der klaren Ordnungen, außerhalb des festen Gefüges. Und daran schließt der nächste Satz an:
„Also lasst uns zu ihm vor das Lager hinausgehen und die Schande mit ihm teilen.“ Wie gesagt – die Erfahrung, als Christen selbst Ausgestoßene und Verfolgte zu sein, klingt hier mit. Stichwort Schande. Entscheidend ist nun, dass sie aktiv nach draußen gehen sollen. Wiederum raus aus den festen Strukturen. Raus aus dem Tempel, raus aus der Heiligen Stadt, als die Jerusalem galt. Zu Jesus gehen heißt hier, ihm in seinem Beispiel nachzufolgen. So wie er vorbehaltlos zu den Menschen gegangen ist, sollen sie das auch tun, gerade außerhalb der schützenden Mauern und klaren Grenzen.
Die Begründung folgt im nächsten Satz: „Denn auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird.“ Heißt: Wir gehören hier nicht hin. Auf der Erde kann es keine heilige Stadt für uns geben. Kein „My home is my castle“ oder „Alles meins“. Wir sind uns bewusst, dass das Leben auf der Erde nur ein Durchgang ist.
Denn nichts ist ewig beständig. Dem gegenübergesetzt wird das Bild von der zukünftigen Stadt.
Ein Bild für die Heimat, auf die wir alle zugehen. Das, so ist die Folgerung im Hebräerbrief, macht uns frei. Frei von allen Besitzansprüchen und von allen Einengungen. Damit sind wir frei für etwas. Nämlich dafür, wie Jesus für alle anderen da zu sein. Frei dafür, auf Gott zu vertrauen und Nächstenliebe zu üben.
Rausgehen! Eine interessante Aufforderung in Zeiten von Corona… Aber beim zweiten Hinhören passt es für mich genau. Vorher haben wir uns in der Kirche zum Gottesdienst getroffen. Ist zwar offiziell eine öffentliche Veranstaltung, aber ehrlich betrachtet nur etwas für den Inner Circle. Nämlich für einen sehr kleinen Kreis, der in der Kirche quasi zuhause ist. Wir sind also eigentlich immer drin geblieben. Jetzt sind die Kirchen zu, und wir müssen raus. Obwohl wir wörtlich genommen kaum noch rauskommen.
Ich finde, das ist die Gelegenheit. Unser Text sagt: „Lasst uns zu Christus vor das Lager hinausgehen.“ Also alles Überkommene, allen alten Kult hinter uns lassen. Oder zumindest gründlich hinterfragen. Denn davon gibt es in der Kirche nun wirklich genug. Die ehrwürdigen Gebäude, die in kultureller Hinsicht ein echter Schatz sind, die aber mit dem Leben der heutigen Menschen so gar nichts mehr zu tun haben. Unsere Gottesdienstformen, die noch zwei Prozent der Menschen ansprechen. Selbst unsere Sprache verstehen viele nicht mehr, die christlichen Begriffe sind schon lange nicht mehr selbsterklärend.
Rausgehen. Wir haben in Wahrenholz im letzten Jahr eine Kirchenbank ins Freie geholt und sind mit ihr zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten aufgetaucht. Vorm Supermarkt, am Schreibwarenladen, beim Hoffest. Auf der Bank klebte das Schild „Was glaubst du?“. Und dann haben wir gewartet, ob Leute mit uns ins Gespräch kommen wollen. Das ist passiert.
Ich glaube, das könnte ein richtiger Weg sein. Dort hingehen, wo die Menschen sind. Mit ihnen
ins Gespräch kommen. Ihre Fragen und Sorgen hören und ernstnehmen. Und Gott ins Gespräch bringen. Und zwar so, dass es möglichst jeder verstehen kann. Ich versuche das hier gerade. Kommt das bei dir an? Ganz wichtig finde ich, dass dies nicht einfach wieder eine weitere Aktion wird. Kirche geht jetzt raus. Und irgendwann bleibt sie halt wieder drin. Sondern dass es zur Grundhaltung wird. Dass wir den letzten Vers aus unserem Text dazu als Leitmarke nehmen: „Auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird.“ Wir sind unterwegs. Alle, ausnahmslos. Kein Mensch ist auf der Erde fest angekommen, alle müssen wieder gehen. Wir Christen freuen uns auf das Ziel. Doch der Weg liegt noch vor uns. Als Kirche sind wir im besten Fall Wegbegleiter. Oder unnötiger Ballast.
Rausgehen – in der derzeitigen Lage ist das im wörtlichen Sinn schwierig, das hatte ich ja schon erwähnt. Und doch gibt es viele Möglichkeiten. Meine Predigt im Internet ist eine davon. Live-Streaming von Gottesdiensten, Seelsorgetelefone, Einkaufsdienste – von den Kirchengemeinden aus wird jetzt viel angeboten. Vielleicht hast du ja auch eine Idee. Vielleicht kennst du jemanden, der gerade dringend ein Gespräch nötig hat. Vielleicht gibt es Leute, mit denen du gerne wieder ins Gespräch kommen möchtest. Vielleicht hast du Fragen, die auch anderen weiterhelfen. Und vielleicht eine Idee, wie Kirche jetzt sein kann und soll. Ich bin gespannt auf deine Rückmeldung.
Amen.

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Predigt für Sonntag, den 22.03.2020

Die Predigt für den heutigen Sonntag steht Ihnen hier sowohl als Text als auch als Audiodatei zur Verfügung. Am Ende der Seite finden Sie die Predigt auch als pdf zum Ausdrucken, bereits Ausgedruckte Exemplare liegen ab morgen bei Bäcker Meyer, im Schreibwarenladen A&O und im Eingangsbereich des Küsterhauses aus.

Posaunenchor „Ich lobe meinen Gott“, Aufnahme vom Bläserfestgottesdienst 2019

Predigt für den 22.03.2020 Sonntag Lätare

Liebe Leute,
was soll ich sagen? Wie soll ich Sie und euch anreden? „Liebe Gemeinde“ – welche Gemeinde rede oder schreibe ich überhaupt an? Ich sehe sie ja nicht. Oder: „Liebe Predigthörende und -lesende“??? Dann sind alle gleich raus.
Also bleibe ich bei: Liebe Leute!
Das hier macht schon deutlich, was gerade los ist. Alle Kirchen sind zu, alle Gottesdienste gestrichen. Ich darf mich also nicht ans Pult oder auf die Kanzel stellen und im gewohnten Setting meine Predigt halten. Das Gewohnte geht nicht mehr. Ich will aber trotzdem nicht stumm bleiben. Was bleibt von Kirche übrig, wenn sie gerade in Notzeiten nicht für die Leute da ist? Deshalb will ich es versuchen. Will Gott mit seinem Wort in den Mittelpunkt stellen. Will Gedanken teilen, Fragen stellen, eigene Gedanken anregen. Und will daran festhalten, dass Gott uns nicht allein lässt. Auch in dieser Situation nicht.

In Wahrenholz hätten wir heute einen Festgottesdienst zusammen mit unserem Posaunenchor gefeiert. Fröhlich und mit viel Musik. Eigentlich erstaunlich, sind wir doch mitten in der Passionszeit. Also in der Zeit, in der die Kirche besonders an das Leiden und Sterben von Jesus Christus denkt. Und dabei meist ziemlich traurig dreinschaut. Doch der Name dieses Sonntags heißt übersetzt: Freut euch! Er wird auch als kleines Osterfest bezeichnet. Er erinnert uns daran, dass trotz des Leids am Ende die Freude steht. Kirchlich gesprochen: Auf den Tod folgt die Auferstehung. Auf die Verzweiflung folgt die Hoffnung.
Und trotzdem: Geht das gerade, diese Aufforderung „Freut euch“? Ist das nicht zynisch? Ein Virus legt große Teile der Welt lahm, Menschen werden krank, manche sterben daran, das soziale Leben kommt zum Erliegen, unzählige Menschen müssen um ihre Existenz fürchten – und dann so eine Aufforderung? Dann könnten wir doch gleich zu einer anständigen Corona-Party einladen…
Nein, natürlich nicht! Und ja, es klingt schon komisch. Aber es ist dran. Gerade jetzt. Wir haben rein gar nichts davon, den Kopf komplett hängen zu lassen. Mutlosigkeit steckt nämlich auch an. Mir reicht aber die mögliche Ansteckung durch das Virus.
Freut euch! Diese Worte stammen aus dem Bibeltext zum heutigen Sonntag. Und den findest du im Buch des Propheten Jesaja, ganz hinten. Ich lese ihn in einer modernen Übersetzung:
„Freut euch mit Jerusalem! Jubelt über diese Stadt, alle, die ihr sie liebt! Früher habt ihr um sie getrauert, doch jetzt dürft ihr singen und jubeln vor Freude. Lasst euch von ihr trösten wie ein Kind an der Mutterbrust. Trinkt euch satt! Genießt die Pracht dieser Stadt! Denn ich, der HERR, sage euch: Frieden und Wohlstand werden Jerusalem überfluten wie ein großer Strom. Ich lasse den Reichtum der Völker hereinfließen wie einen nie versiegenden Bach. Und an dieser Fülle dürft ihr euch satt trinken.
In dieser Stadt werdet ihr euch wie Kinder fühlen, die ihre Mutter auf den Armen trägt, auf den Schoß nimmt und liebkost. Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind. Die neue Pracht Jerusalems lässt euch den Kummer vergessen. Wenn ihr das alles seht, werdet ihr wieder von Herzen fröhlich sein, und neue Lebenskraft wird in euch aufkeimen wie frisches Gras.«“
Da ist viel Freude drin, viel Trost und viel Mutter-Kind. Und bei dir vielleicht jede Menge Fragezeichen. Deshalb als allererstes: Worauf bezieht sich der Text? Was war da los damals? Israel lag in Trümmern. Jahrzehnte zuvor ist das Land von der damaligen Großmacht Babylon besiegt und unterjocht worden. Große Teile der Bevölkerung wurde nach Babylon verschleppt. Die anderen mussten zusehen, wie sie überleben. Inzwischen hatte sich die Situation verändert und die Verschleppten waren zurückgekehrt.

Aber Jerusalem, die Hauptstadt, lag in Trümmern, und die beiden Teile der jüdischen Bevölkerung hatten sich durch die jahrzehntelange Trennung auseinandergelebt. So gab es viel Frust und Ärger. Und über all dem die Frage: Wie soll es weitergehen?
An dieser Stelle kommt der Prophet ins Spiel. Er spricht im Namen Gottes. Und er spricht der Bevölkerung Trost zu. Gerade im Blick auf die Stadt Jerusalem, die den Israeliten so wichtig war, und die doch so heruntergekommen war. Er ruft zur Freude auf, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Anlass dazu war: „Freut euch mit Jerusalem! Jubelt über diese Stadt, alle, die ihr sie liebt! Früher habt ihr um sie getrauert, doch jetzt dürft ihr singen und jubeln vor Freude.“ Das klang für die meisten damals sicher ziemlich schräg. Leckten doch alle noch ihre Wunden. Deshalb bringt der Prophet das Bild der Mutter ein. Schon die kleinsten Kinder haben Bedürfnisse. Und sie weinen, wenn diese nicht erfüllt werden. Wenn sie Hunger haben. Wenn sie müde sind. Wenn sie sich wehgetan haben. Doch zum Glück ist die Mutter da. Sie stillt ihre Kinder, sie wiegt sie in den Schlaf, und sie tröstet sie und sagt: Alles wird gut. Das hilft. Denn die Kinder vertrauen ihrer Mutter.
„Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind.“ Das sagt Gott zu den Israeliten. Er will, dass sie ihm vertrauen wie Kinder ihrer Mutter. Er will sie trösten, damit es ihnen wieder besser geht. Denn Verzweiflung und Aussichtslosigkeit lähmen. Damit würde es dem Land immer noch schlechter statt besser gehen. Die, die sich trösten lassen, können dagegen neu hoffen. Und Hoffnung macht lebendig und aktiv. Auch wenn es jetzt noch trist aussieht, auch wenn sie nicht wissen, wann die Besserung eintritt: Sie bleiben dran, lassen sich trösten und stärken, weil sie darauf vertrauen, dass Gott ihnen beisteht und hilft.
Soweit zum Text und seiner Situation. Und nun zu uns. Wir sind zwar nicht im Krieg. Und wir sind auch nicht ins Exil vertrieben worden. Aber wir erleben gerade eine Lage, wie sie die meisten von uns noch nie erlebt haben. Eine Lage, die nicht nur an unsere Gesundheit, sondern zunehmend auch an unsere Nerven geht. Schon jetzt erfahren wir eine extreme Einschränkung des sozialen Lebens. Und müssen befürchten, dass hier die Schrauben noch weiter angezogen werden – für den heutigen Tag ist eine Beratung der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs vorgesehen, ob eine allgemeine Ausgangssperre in Deutschland eingeführt werden soll. Wir hören die ständig aktualisierten Meldungen über die Ausbreitung des Virus. Dieser rasante Anstieg macht Angst. Werde ich auch davon betroffen sein? Wie wird es mir gehen?
Gott spricht: „Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind.“ Ich glaube, diesen Trost kann ich gut gebrauchen. Und ich glaube, du auch. Wir brauchen jetzt etwas, an dem wir uns festhalten können. Etwas, das uns Mut macht, die Zeit durchzuhalten und auf bessere Zeiten zu hoffen. Dieses „Etwas“ ist für mich Gott. Nicht nur in unserem heutigen Text, sondern an vielen Stellen der Bibel erklingen Gottes Trostworte. Und immer wieder die Zusage, dass Gott ganz nah bei uns ist. Dass er uns wie eine Mutter zuflüstert: Alles wird gut.
Das heißt nicht, dass alles Leid plötzlich weg ist. Und es heißt schon gar nicht, dass wir Christen von der Corona-Krise gar nicht betroffen wären, weil wir ja an Gott glauben. Ich habe solche Aussagen schon gehört, und ich halte sie für äußerst gefährlich. Nein, wir alle sitzen im selben Boot. Aber was ich als Christ habe, ist die Hoffnung und das Vertrauen. Und wie ich vorhin schon gesagt habe: Hoffnung macht lebendig und aktiv. Also: Lass dich trösten, lass dich ermutigen. Und gib den Trost und den Mut weiter. So wie Gott für dich da ist, sei für die anderen da. Das geht, trotz sozialer Vereinzelung und möglicher Ausgangssperre.
Zum Schluss noch mal der Blick auf den heutigen Sonntag. So wie er mitten in der Leidenszeit darauf verweist, dass am Ende das Osterfest steht, darf ich vertrauen, dass mitten in der Krise doch das Ende absehbar ist. Dass Gott zu seinem Wort steht, wenn er sagt: Alles wird gut. Amen.

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Pressemitteilung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

20.03.2020
+++ Pressemitteilung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers +++

Landeskirche Hannovers bietet Gottesdienste im Internet und in den Socialmedia-Kanälen an

 Bis Gottesdienste in Kirchen wieder möglich sind, veröffentlicht die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers jeden Sonntag einen Gottesdienst auf ihrer Internetseite, bei Facebook und auf YouTube. Kirchengemeinden haben die Möglichkeit, das Video auf ihre Internetseite zu stellen. Der erste Gottesdienst kommt am Sonntag, 22. März 2020, aus der Paulus-Kirche in Hannover.
Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, hatte die Landeskirche ihren Kirchengemeinden empfohlen, vorerst bis zum 19. April alle Gottesdienste, Andachten und Konzerte sowie Taufen und Trauungen abzusagen bzw. zu verschieben. Dieser Empfehlung sind die Kirchengemeinden in der Regel gefolgt.
„Die Entscheidung, erst einmal bis Ostern keine Gottesdienste in den Kirchen zu feiern, ist uns sehr schwer gefallen. Niemand erinnert sich an eine solche Maßnahme in unserem Land. Doch es gilt in diesen Tagen, die Schwächsten zu schützen,“ sagt Landesbischof Ralf Meister. Viele Kirchengemeinden haben in den letzten Tagen bereits auf die Ausnahmesituation reagiert und veröffentlichen Gottesdienste und Andachten auf ihren Internetseiten oder Socialmedia-Kanälen. „Es ist beeindruckend, was Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone und viele Ehrenamtliche in so kurzer Zeit entwickelt haben. Unser Video ist ein Angebot für die Kirchengemeinden, die so ein digitales Angebot nicht an jedem Sonntag realisieren können,“ beschreibt Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident im Landeskirchenamt der Landeskirche Hannovers, das Ziel des Angebots.
Die Gottesdienste mit einer Länge von ungefähr 20 Minuten werden an unterschiedlichen Orten in der Landeskirche mit der Ortspastorin oder dem Ortspastor aufgenommen. Den ersten gestalten Pastorin Anke Merscher-Schüler (Liturgie und Predigt) sowie der Pastor und Liedermacher Fritz Baltruweit. Zu sehen ist er  am Sonntag ab 8 Uhr auf der Internetseite der Landeskirche (www.landeskirche-hannovers.de),  auf der Facebookseite der Landeskirche (www.facebook.com/kirchehannovers) und auf YouTube (www.zuhause-gottesdienste.de). Kirchengemeinden können den Gottesdienst zu einem beliebigen Zeitpunkt auf ihrer Internetseite veröffentlichen.
Die Texte der Lieder können zum Mitsingen vorab auf der Internetseite der Landeskirche heruntergeladen werden. Am Sonntag stehen von 8 bis 13 Uhr Pastorinnen und Pastoren über die Kommentarfunktion von Facebook und YouTube für Gesprächsanliegen zur Verfügung.
Der Gottesdienst am 29. März kommt aus der Marienkirche in Aerzen bei Hameln. Landesbischof Ralf Meister übernimmt die Gottesdienste an Karfreitag und Ostersonntag. Die Produktion liegt beim Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen (ekn).

 Weitere Informationen

Der Gottesdienst ist über die folgenden Kanäle abrufbar. Eine Anmeldung ist jeweils nicht erforderlich:
www.landeskirche-hannovers.de
www.facebook.com/kirchehannovers
www.zuhause-gottesdienste.de (führt zum YouTube-Kanal der Landeskirche)

Aktuelle Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus in unserer Kirchengemeinde

Am Dienstag, den 17.03.2020 fand eine außerordentliche Sitzung des Kirchenvorstandes statt. Folgende Maßnahmen wurden bis zum 19.04.2020 beschlossen:

  • Die Kirche und das Küsterhaus bleiben geschlossen.
  • Alle Veranstaltungen finden nicht statt, das betrifft sowohl die Chorproben, als auch die Kinder- und Jugendgruppen. Auch Geburtstagsbesuche müssen entfallen.
  • Alle Gottesdienste entfallen, auch Trauerfeiern, Taufen und Hochzeiten. Ausnahmeregelungen für Beerdigungen und Nottaufen können Sie im Pfarrbüro erfragen.
  • Der Konfirmandenunterricht, die Konfi-Tage sowie die Konfirmationen werden nicht stattfinden. Ein Ersatztermin im September ist geplant. Die betroffenen Familien werden in den nächsten Tagen in einem Brief darüber informiert.

Wir als Kirchenvorstand sind uns bewusst, dass das einschneidende Maßnahmen sind, wollen aber unseren Teil dazu beitragen, dass die Ausbreitung des Virus eingedämmt bzw. zumindest verlangsamt werden kann.

Trotz all der Einschränkungen möchten wir als Kirchengemeinde weiterhin für Sie da sein:

  • Das Pfarrbüro ist zwar geschlossen, aber zu den Öffnungszeiten stattdessen telefonisch erreichbar.
  • Pastor Kremer ist für Sie als Seelsorger jederzeit unter der Nummer 967273 erreichbar.
  • Es wird für die nächsten Sonntage Predigten oder Andachten geben, die Sie hier auf der Homepage als Audio- oder Videodatei finden werden. Ab Montag werden diese auch in schriftlicher Form bei Bäcker Meyer, im Schreibwarenladen A&O und im Eingangsbereich des Küsterhauses ausliegen.
  • Jeden Sonntag um 10:45 Uhr werden zeitgleich im gesamten Kirchenkreis die Glocken geläutet.

(Da sich die Lage nahezu täglich ändert, wird dieser Beitrag bei Bedarf aktualisiert.)

Ausfall Gottesdienst am 15.03.20

Ausfall Gottesdienst am 15.03.20

Am Sonntag, den 15.03.20 findet kein Gottesdienst statt!!

Aufgrund der aktuellen Lage in der Corona-Pandemie hat sich der Kirchenvorstand kurzfristig zu diesem Schritt entschlossen, um den derzeitigen Umständen Rechnung zu tragen.

Über eventuelle weitere Änderungen der Terminlage informieren wir an dieser Stelle kurzfristig.

Anmeldung zum Konfirmandenunterricht


Anmeldung zum Konfirmandenunterricht

Am Freitag, den 13.03.20 findet ab 16:30 Uhr im Küsterhaus die Anmeldung des anstehenden Konfirmandenjahrganges statt.

Fragen zum Thema Konfirmation werden an diesem Termin gerne beantwortet.

Wer diesen Termin nicht wahrnehmen kann, hat die Möglichkeit für die Anmeldung auch zu den Öffnungszeiten des Pfarrbüros.

Vorgemerkt

Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden am 8. März um 10 Uhr
Der diesjährige Konfirmandenjahrgang stellt sich in diesem Gottesdienst, der gemeinsam auf dem Konfirmandenseminar vorbereitet Wurde, der Gemeinde vor.


Bläserfestgottesdienst am 22. März um 10 Uhr
Die schöne Tradition, dass unser Posaunenchor am 4. Sonntag der Passionszeit einen besonderen Gottesdienst musikalisch und inhaltlich gestaltet, wird fortgeführt.
Mehr auf Seite 13 im aktuellen Gemeindebrief.


Gottesdienste im modernen Gewand am 15. März, 19. April und 17. Mai
Einmal im Monat findet ein moderner Gottesdienst statt, der um 18 Uhr beginnt. Am 15. März findet ein weiterer „Gottesdienst im Gespräch“ statt, bei der Gospelkirche am 19.April steht die Musik im Vordergrund und am 17. Mai gestalten Jugendliche und Ehrenamtliche in Zusammenarbeti mit unserer Diakonin Susan Heydecke den Jugendgottesdienst „Mittendrin“. An diesen Sonntagen findet um 10 Uhr kein Gottesdienst statt.


Himmelfahrtsgottesdienst am 21. Mai in Neudorf-Platendorf
Auch in diesem Jahr feiern die vier Kirchengemeinden der Region Nordost einen gemeinsamen Himmelfahrtsgottesdienst. Diesmal findet der Gottesdienst auf dem Hof von Adolf Wulfes statt. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr.
Mehr auf Seite 25 im aktuellen Gemeindebrief.